Ein Brückenschlag zwischen Informatik und Produktion

(v.l.n.r.) Professor Holger Hoos, Leiter des KI-Centers, Professor Gerhard Lakemeyer, Fachgruppensprecher Informatik, RWTH-Rektor Professor Ulrich Rüdiger und die DSA-Geschäftsführer Dr. Eckhard Schulz und Dr. Thomas Huth verkünden die Einrichtung der neuen Stiftungsprofessur „Cyber Physical Systems“ an der RWTH Aachen. Foto: Andreas Schmitter

An der RWTH wird eine vom Aachener Unternehmen DSA Daten- und Systemtechnik GmbH finanzierte Stiftungsprofessur Cyber Physical Systems eingerichtet.

Die computergesteuerte und die physikalische Welt lassen sich längst nicht mehr voneinander trennen. Sogenannte cyber-physische Systeme (CPS) sind Systeme, die diese enge Verbindung zwischen einer digitalen, computergesteuerten Welt und der physischen Welt nutzen. Etwa zwischen Software und Maschinen. Cyber-physische Systeme (CPS) integrieren Computersysteme, Netzwerke und physische Prozesse, um komplexe Funktionen auszuführen und Daten zwischen den digitalen und den Maschinensystemen auszutauschen. Mit einer durch das Aachener Unternehmen DSA Daten- und Systemtechnik GmbH finanzierten Stiftungsprofessur Cyber Physical Systems wird die Forschung in diesem Zukunftsfeld nun forciert. Dabei werden zwei wichtige Disziplinen der RWTH eng zusammengeführt: Informatik und Maschinenbau – und dabei auch die allgegenwärtige Künstliche Intelligenz.

„Die Professur wird sich einem wichtigen Aspekt aus dem Themenfeld Künstlicher Intelligenz widmen. Wir wollen den durch KI getriebenen Transformationsprozess mit Wissen und Innovation gestalten. Zentrales Instrument ist für uns unser KI-Center. Wir wissen aber auch, dass wir starke Partner an unserer Seite brauchen, um einen Impact im Sinne der Gesellschaft leisten zu können. Dies drückt sich in dieser Stiftungsprofessur aus“, erläutert der Rektor der RWTH Aachen, Professor Ulrich Rüdiger. „Wir freuen uns, mit der Stiftungsprofessur „Cyber Physical Systems“ einen wichtigen Forschungsimpuls für den Brückenschlag zwischen den Fachrichtungen Informatik und Produktionstechnologie auf den Weg zu bringen. In Zeiten, in denen KI und Industrie stärker zusammenwachsen werden, ist es für uns als mittelständisches Unternehmen aus Aachen wichtig, dass hierzu an der RWTH eine Schwerpunktprofessur eingerichtet werden kann“, erklärt Dr. Thomas Huth, Geschäftsführer DSA.

Ein CPS kann beispielsweise aus Sensoren, Aktuatoren, Steuerungssystemen und Kommunikationsnetzwerken sowie Maschinen, Robotern und Produktionsanlagen bestehen, um eine bestimmte optimierte Aufgabe auszuführen. Ein typisches Beispiel ist das „Internet der Dinge“, bei dem physische Objekte mit Sensoren und Aktuatoren ausgestattet sind, um Daten zu sammeln und Aktionen auszuführen, die auf diesen Daten basieren. CPS finden in verschiedenen Bereichen Anwendung, darunter Industrieautomation, intelligente Städte, autonomes Fahren, Automobilproduktion und mehr. Sie ermöglichen die Automatisierung komplexer Prozesse, verbessern die Effizienz, ermöglichen prädiktive Wartung und schaffen neue Möglichkeiten für innovative Produkte und Dienstleistungen. „Durch die Stiftungsprofessur im Bereich Cyber-Physical Systems wird nicht nur der Transformationsprozess ‘von der Kohle zur KI’ ganz entscheidend gestärkt, sondern auch die RWTH als treibende Kraft dieses Prozesses”, sagt Alexander-von-Humboldt-Professor Holger Hoos, Leiter des KI-Centers der RWTH.

Mit der Einrichtung der Stiftungsprofessur möchte DSA ihr Engagement in der Forschungs- und Nachwuchsförderung intensivieren und gleichzeitig die wichtige interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Fachgruppe Informatik und der Fakultät Maschinenbau stärken. „Die Firma DSA hat bereits seit vielen Jahren gute Beziehungen zur Aachener Informatik, mit dieser Stiftungsprofessur erreicht die Zusammenarbeit ein neues Level“, erläutert Professor Gerhard Lakemeyer, Sprecher der Fachgruppe Informatik der RWTH Aachen.

DSA beteiligt sich seit Jahren an der Lehre in der Fachgruppe Informatik mit praxisbezogenen Vorlesungen und Workshops zum Thema „The Digital Lifecycle of Vehicles as a part of the Internet of Things (IoT)“. Zu den von DSA geförderten Maßnahmen gehören zudem Stipendien für Studierende der MINT-Fächer, die Vergabe von Masterpreisen im Bereich Informatik für herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten sowie der Manfred-Nagl-Preis. Seit 2022 vergibt DSA diesen Preis für exzellente Promotionen, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der Informatik zu würdigen. Benannt ist der Preis nach Professor Manfred Nagl, dem langjährigen Inhaber des Lehrstuhls für Informatik 3 (Software Engineering) an der RWTH Aachen.  

Sowohl die Firmengründer als auch die Mitglieder der heutigen Geschäftsführung haben ihr Studium mit einer Promotion in den Bereichen Informatik/Mathematik oder Maschinenbau an der RWTH Aachen abgeschlossen. Seit der Firmengründung hat DSA zahlreichen Absolventinnen und Absolventen der Fachrichtung Informatik einen beruflichen Einstieg geboten. Mit diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat sich DSA innerhalb von 44 Jahren zu einem internationalen Unternehmen und Marktführer für kundenspezifische Kommunikationslösungen für die Fahrzeugelektronik entwickelt.

Die Stiftungsprofessur wird zum 1. Januar 2025 für zunächst fünf Jahre an der Fachgruppe Informatik der RWTH eingerichtet.

(Pressemeldung herausgegeben von der RWTH Aachen University.)

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